Vesperkirche aktuell

Zweiundzwanzigste Ulmer Vesperkirche
26. Januar bis 22. Februar 2017

Inzwischen liegt auch die 22. Ulmer Vesperkirche hinter uns - aber es waren sehr wohltuende Wochen mit vielen dankbaren Gästen und einer friedlichen Atmosphäre.

Wir durften in diesen vier Wochen 12.125 Mittagessen und 7.442 Vespertüten ausgeben.

Beim „Wort auf den Weg“ am letzten Tag sagte Pfarrer Rolf Engelhardt:

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn wieder einmal eine Vesperkirche an ihr Ende gelangt ist. Ich weiß auch nicht, wie es Ihnen jetzt geht, jetzt, wo diese Vesperkirche nur noch ein paar Minuten alt ist.

Ich weiß nur, dass ich erst einmal für zwei, drei Tage eine Leere spüre, weil halt doch etwas fehlt. Und dann kommt die Erleichterung, dass es gut gegangen ist und schön war. Und dann darf auch wieder der Alltag einkehren.

Was aber bleibt, ist die Befriedigung darüber und die Dankbarkeit dafür, was wir zu leisten imstande sind.

Sie alle haben dazu beigetragen.

Sie, die Mitarbeitenden, mit Ihrem Mitgefühl, Ihrer Zugewandtheit und Ihrer Freundlichkeit all diesen so unterschiedlichen Menschen gegenüber.

Sie, die Gäste, die Sie sich haben anstecken lassen von der ganz besonderen Atmosphäre dieser vier Wochen und hoffentlich noch eine ganze Weile davon zehren können.

Dafür gilt Ihnen allen noch einmal mein großer Dank.

Ich habe einen kleinen Text gefunden, der gut zusammenfasst, was diese vier Wochen Vesperkirche ausmacht: 

Neu anfangen: Überwintert nach dürren kalten Tagen aufbrechen.

Gewiss sein: Mit schmalen Lippen und schwacher Kraft festen Boden spüren.

Befreit werden: Nach dunklen Tagen und durchwachten Nächten die verkrampften Arme weiten, die geballten Hände öffnen.

Hoffen: Nach kurzen Sätzen und beklemmender Stille mutig dem Leben trotzen.

Vertrauen: Guten Wünschen, den Worten und dem Händedruck Glauben schenken.

Trösten: Aus der Ohnmacht der Trostlosen aufbrechen, schöpfen aus tiefen Quellen.

Staunen: Die Gnade der Geburt als Mensch am eigenen Leib spüren.

Feiern: Ich darf sein und bleiben.    

Die Vesperkirche wurde schließlich mit dem Vater unser, dem Lied „Nun danket alle Gott“ und dem Segen beendet.

 

22.02.2017

Rolf Engelhardt