Vesperkirche aktuell

Vierundzwanzigste Ulmer Vesperkirche
24. Januar bis 20. Februar 2019

Geöffnet von 11:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Mittagessen von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Eine warme Mahlzeit und Begegnungen in festlicher Atmosphäre

Gottesdienste und Segenswort

Am Mittwoch, 23. Januar 2019 feiern wir den Oekumenischen Abendmahlsgottesdienst zur Eröffnung der Vesperkirche um 19:00 Uhr in dem bereits als Vesperkirche eingerichteten Kirchenraum.

Die Gottesdienste der Paulusgemeinde werden an den vier Sonntagen jeweils um 10:00 Uhr an den Tischen der Vesperkirche gefeiert – am Sonntag, 03. Februar 2018 mit Heiligem Abendmahl, gemeinsam mit den Konfi3 - Kindern.

Das Segenswort auf den Weg wird in der Vesperkirche täglich um 15:00 Uhr von sich abwechselnden Liturgen gesprochen. Dabei musizieren Instrumentalisten aus Ulm und Umgebung.

Eine Oekumenische Gemeinde lädt ein

Zum vierundzwanzigsten Mal öffnen sich die Türen der Evangelischen Pauluskirche in der Ulmer Innenstadt, mitten im Winter und dann, wenn die Weihnachtskerzen erloschen sind und die Kälte in die Knochen kriecht, Tag für Tag, einen ganzen Monat lang. Aus der Pauluskirche wird dann die Vesperkirche und bleibt doch Gotteshaus. „Vesper” meint dabei nicht nur das kräftige schwäbische Vesper, sondern auch die „Vesper”, das abendliche Stundengebet. Das also, wo sehr unterschiedliche Menschen miteinander essen und lachen, reden und friedlich zusammenkommen, dabei von ihrem Leben erzählen, wo sie einander ermutigen und den Segen Gottes zusprechen. Eine tolle, bunte Vielfalt von Menschen, die sich und ihre Geschichten einbringen, die geben und nehmen, wo unten und oben keine Rolle spielen. Eine Gemeinschaft, in der Menschen sich gegenseitig aufrichten und mit Hoffnung beschenken.

Das Motto

73 Jahre, also ein Menschenalter, ist Frieden in unserem Land: das prägt unser Lebensgefühl. Und erst recht fast siebzig Jahre Demokratie und eine damit verbundene offene, freiheitliche Gesellschaft! Das bestimmt unser Lebensgefühl zumindest im westlichen Teil unserer Republik (im Osten sieht das schon ganz anders aus). Wir sind an Frieden und gewaltfreien harmonischen Ausgleich gewöhnt und vermutlich auch dadurch ein wenig bis sehr verwöhnt.

Der Psalm 34 ist da realistischer. Frieden unter Menschen ist nicht der Normalzustand, sondern ein ständig gefährdetes und kostbares, immer wieder neu zu erringendes hohes Gut.
Jesus erhebt nicht umsonst die Friedensstifter in den Rang der Seligen.

Praktische Konsequenz daraus – und gleichzeitig erste friedensstiftende Maßnahme: Wundere Dich nicht allzusehr, wenn es mal Konflikte und Spannungen gibt, Probleme, Auseinandersetzung, Widerspruch. Vor allem verbittere Dich nicht, entrüste Dich nicht sofort darüber, schieße nicht dagegen aus Deiner harmoniesüchtigen Hüfte.

Das ist eine wichtige Botschaft für eine Welt, die von großen und kleinen Aufregern und Shit-Stürmen lebt, ja sogar davon profitiert – und die nicht selten gerade aufgrund ihrer gewohnt friedlichen und als langweilig empfundenen Spannungsarmut geradezu nach Ausnahmezuständen giert. (Und fast möchte man nun noch dazu sagen: Lerne es, Langeweile nicht nur auszuhalten, sondern zu genießen.)

Auf diesem Hintergrund sind friedlich und leidlich harmonisch verlaufende Vesperkirchenzeiten eine gar nicht selbstverständliche Sache. Vor allem, wenn man bedenkt, wie verschieden in jeder Hinsicht (von individuellen Stimmungen bis zu sozialen Unterschieden) die Menschen sind, die da zusammenkommen, seien es Gäste oder Mitarbeitende.

Tiere wittern sofort fremden Stallgeruch und werden mehr als unruhig. Und ein wenig Tier ist auch noch im Zivilisiertesten – und gewiss auch ein Set von Steinzeitgenen.

Deswegen überziehe nicht auf der Jagd nach Frieden denjenigen erst recht mit Krieg, der den Frieden irgendwie stört.

Suche Frieden, jage ihm nach, aber nicht mit Pfeil und Bogen, Feuer und Schwert(-„gosch”).

Adelbert Schloz-Dürr

Wer kommt in die Vesperkirche?

Das Dach unserer Kirche spannt sich weit. Unter diesem Dach setzen sich Menschen an einen Tisch, deren Lebensschicksale denkbar unterschiedlich sind. Die Vesperkirche ist eine gastfreundliche Herberge auf Zeit für Junge und Alte, Arme und gut Betuchte, neugierige Zufallspassanten, aber auch - und das macht den besonderen Charme aus - für die, die in gesicherten Verhältnissen leben und sich einlassen auf eine Gemeinschaft mit Menschen, die ganz andere Lebenserfahrungen gemacht haben. Wir möchten damit deutlich machen, dass wir als Gesellschaft zusammengehören, dass wir uns gegenseitig wahrnehmen, und dass wir voneinander wissen wollen.