Geschichte

Der Hölzel'sche Christus an der Wand des Altarraums

Von der Garnisonskirche zur "Pauluskirche"

Nur kurze Zeit wurde die Kirche für die große Garnison benötigt. Vier Jahre Später war der Krieg ausgebrochen, weitere vier Jahre danach gab es nur noch Reste der Garnison. Im Jahr 1932 drängte das Reichsfinanzministerium auf einen Verkauf an die evangelische Kirchengemeinde. Zu diesem kam es erst im Jahr 1964. Als Pauluskirche ist das Bauwerk nun eine der sieben Ulmer Kirchen der evangelischen Gesamtgemeinde. Eine gründliche Renovierung war nach über 50 jährigem Bestehen notwendig. Aus der Kirche für eine große Garnison wurde eine Kirche für eine normale 4000 Seelen-Gemeinde.

Mit dem Kauf der Pauluskirche im Jahr 1964 hat die Ulmer Kirchengemeinde die Aufgabe einer umfassenden Instandsetzung übernommen. Dabei waren nicht zuletzt Kriegsschäden zu beheben. Der Ulmer Architekt Lambert von Malsen entwickelte zusammen mit dem Kirchengemeinderat unter seinem geschäftsführenden Pfarrer Adolf Wertz ein Konzept für die Renovierung. Er sollte einerseits das Werk Theodor Fischers erhalten und nach Möglichkeit weiterführen, andrerseits den Erfordernissen einer Gemeindekirche Rechnung tragen.

Die Kirche war mit 2000 Sitzplätzen für den regulären gottesdienstlichen Gebrauch zu groß. Anstelle der dicht gedrängt stehenden eichenen Bänke wurden im Jahr 1970 im Schiff 450 Posterstühle aufgestellt. Durch zwei schräg auf den Altar zulaufende Zwischengänge entstehen drei Längsblöcke. Dabei sind die Stuhlreihen der beiden äußeren Blöcke leicht nach innen gedreht, so dass sich im Ganzen eine bogenförmige Sitzordnung mit Blick auf den Altarraum ergibt. Dadurch wirkt der Gesamteindruck des Innenraums wesentlich aufgelockert. Doch können die Stühle zu Konzerten und großen kirchlichen Veranstaltungen, wie die Vesperkirche auch völlig anders gestellt werden. Von dieser Möglichkeit wird gern Gebrauch gemacht, vor allem wenn durch eine zusätzliche Bestuhlung einige hundert weitere Sitzplätze bereitgestellt werden sollen.

Der Hölzel'sche Christus an der Wand des Altarraums sollte seine dominierende Stellung behalten, wozu auch die Entfernung der beiden großformatigen Pferdebilder von Christian Speyer beitragen konnte (heute im Ulmer Museum). Dagegen wurde der Altar selbst aus der Enge der beiden Pfeiler nach vorn in den Kirchenraum verlegt, so dass er mehr die Mitte als das Gegenüber der versammelten gottesdienstlichen Gemeinde bildet.