Bericht vom Fastenbrechen mit dem islamischen EBRU-Verein am 10. Juni 2017

Bereits zum fünften Mal haben wir uns mit den Mitgliedern des EBRU-Vereins (Erziehung, Bildung, Religion und Unterstützung) in unserer Kirche getroffen, um mit ihnen das tägliche Iftar-Essen zu genießen. Und unserer Einladung sind so viele Menschen gefolgt wie nie.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, "durch unterschiedliche Projekte im sozialen, kulturellen, künstlerischen oder religiösen Bereich den interkulturellen Dialog zu fördern".

Der Abend war wieder eine schöne Gelegenheit, um in einer unvergleichlichen Atmosphäre und beim gemeinsamen Essen und Trinken das Verständnis untereinander zu fördern. Unsere muslimischen Mitbürger sorgten dabei für Speis und Trank und gaben sich dabei wieder die allergrößte Mühe, wofür wir uns auch an dieser Stelle noch einmal bedanken.

Die Rede, die Pfarrer Rolf Engelhardt gehalten hat, drucken wir untenstehend ab.

Rolf Engelhardt

Rede von Pfarrer Rolf Engelhardt

Freundlich willkommen und einen Guten Abend. Wir treffen uns - so wie schon die Jahre zuvor -, um mit Ihnen, unseren muslimischen Mitbürgern, das Fastenbrechen, das Iftar-Essen also, zu begehen.

Und wir verstehen das als Möglichkeit, einander kennen zu lernen, voneinander zu erfahren, uns gegenseitig zu erzählen und uns in all unserer Unterschiedlichkeit wahrzunehmen.

Ich bedanke mich jetzt schon bei den Mitgliedern des EBRU-Vereins, insbesondere Frau Mercan und Herrn Tuncer, für all ihre Mühe, die sie sich gemacht haben und für das sicher wieder leckere Essen.

Unsere Verschiedenheit darf uns nicht davon abhalten, uns näher kennen zu lernen.

Ich weiß von Herrn Tuncer, dass viele von Ihnen unter den gewalttätigen Strömungen im Islam leiden. Und dass Sie auch an den Entwicklungen in der Türkei leiden. Wir nehmen daran Anteil und möchten dabei mithelfen, dass die Vernunft die Oberhand gewinnt. Auch deshalb, weil auch das Christentum seine gewalttätigen und dunklen Zeiten hatte und immer noch hat.

Erlauben Sie mir auch heute, aus einem Artikel zu zitieren. Er stammt von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Er ist gleichzeitig der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland, also der höchste Repräsentant unserer Kirche.

Der Artikel trägt die Überschrift:

Mit Leidenschaft plural - Warum die evangelische Kirche für die Religionsfreiheit kämpft, selbstverständlich auch für die Religionsfreiheit der Muslime

Möge auch dieser Abend dazu dienen, uns besser zu verstehen und in Frieden miteinander zu leben.

Als Ausdruck unseres Dankes habe ich stellvertretend für alle für Frau Mercan und Herrn Tuncer einen Blumenstrauß mitgebracht.

Wir haben vereinbart, dass wir Tischgebete sprechen - ein christliches und ein muslimisches, und ich bete jetzt unser Gebet …

Tischgebet:

Wir danken dir, himmlischer Vater, dass du uns nährst an Leib und Seele. Gib, dass wir mit all unseren Kräften dir dienen und die Menschen nicht vergessen, die Hunger und Not leiden.

Amen

Zurück zur Übersicht