Der Verlorenen Sohn als ein Erinnerungsort der Christenheit

Das aktuelle Jahresthema unserer Pauluskirche führt uns an unterschiedlichste Orte der Erinnerung.

Auch Geschichten und Legenden können zum Erinnerungsort werden. In besonderer Weise gilt das von der biblischen Geschichte vom Verlorenen Sohn, der nach langer Irrfahrt und Odyssee in die offenen Arme des Vaters findet. Es ist dies auch eine Geschichte vom gefundenen und findenden Sohn, von der Barmherzigkeit eines Vaters. Und – nicht zu vergessen – von einem eifersüchtigen Daheimgebliebenen, seines Bruders, der bitter feststellen muss, dass er, weil nie verlorenen gegangen, auch die Seligkeit, wiedergefunden zu werden nie genießen konnte. So fühlte er sich auch vom Vater nie richtig „entdeckt“, obwohl er doch immer für seinen Vater da war und sorgte.

Schriftsteller von Hebel bis Kafka haben sich an dieser Geschichte, die sich nicht zuletzt auch in unseren heutigen familiären Pflegedramen abspielt, abgearbeitet.

Maler ebenso von Rembrandt bis Hans Fähnle.

Ein Bild nun dieses einstigen Schülers von Christian Speyer, dessen monumentale Temperabilder einst an der Ostwand unserer Kirche hingen, darf am So. den 28. Oktober gleichsam die Predigt halten – dergestalt, dass es im Zwiegespräch von Kunsthistoriker ( Volker Caesar) und Theologen (Adelbert Schloz-Dürr) sich erschließt: Der Verlorene Sohn als Erinnerungsort der Christenheit – Gottesdienst zum Reformationsgedenken mit Offener Kanzel.

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