Liebe Gemeindeglieder,

Visionen in Zeiten der Veränderung

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen”, so wird Helmut Schmidt gerne zitiert.

Liebe Gemeindeglieder,

es gibt sicherlich bestimmte Visionen, mit denen ich sofort zum Arzt gehen sollte. Aber gleichzeitig brauche ich zum Leben und Überleben auch Visionen, die mir Kraft und Hoffnung geben, für die ich mich einsetzen kann. Und tatsächlich müssen in unserer rasanten Zeit immer mehr Menschen zum Arzt, weil sie eben keine Vision für ihr Leben mehr haben. Weil sie alle Visionen für ihr Leben verloren haben.

Was sind im letzteren Sinne gute Visionen, die mir Kraft und Hoffnung geben für mein Leben?

Die Vesperkirchenzeit hat begonnen und damit eine Zeit, in der ich genau das spüre: Menschen sind bereit, für eine Vision Zeit, Kraft, Energie und auch Geld zu spenden. Eine Vision, dass es eine gerechtere Welt gibt, eine Welt, in der auch Menschen ohne Privilegien am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. In diesen Tagen, in denen ganz unterschiedliche Menschen den Pauluskirchenraum miteinander teilen, wird diese Vision – jedenfalls ein stückweit – Wirklichkeit. Gleichzeitig ist es auch eine Vision, die weh tut, weil zu spüren ist, dass die Wirklichkeit und die Vision noch meilenweit voneinander entfernt sind.

In den nächsten Monaten werden wir uns den Visionen der Umgestaltungen der Pauluskirche in den Jahren 1969-1972 zuwenden. Neben den Visionen aus der Johannesoffenbarung (die Fresken an der Ostwand von Klaus Arnold) sind es auch Friedensvisionen und gesellschaftliche Visionen, die architektonische und künstlerische Ausdrucksformen gefunden haben (siehe Ankündigungen zum Jahresthema).

In diesem Jahr stehen für die Pauluskirchengemeinde wieder große Veränderungen an (siehe Informationen zum Pfarrplan). Man könnte Angst bekommen, weil sich vieles ändert. Ich habe aber die Vision, dass wir in allen Veränderungen, die wir gemeinsam vor uns haben, getragen sind. Eine Vision,
ein Bild, kraftvoll, leuchtend, strahlend – ein visionäres Versprechen: Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken, der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Diese Vision gibt mir in Zeiten der Veränderung Kraft und Hoffnung.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Tage im Bewusstsein und in der Vision der friedvollen Gemeinschaft mit Gott!

Ihr
Pfarrer Peter Heiter

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