Siehe ich mache alles neu! – Pauluskirche 1969-1972: Besichtigung einer Renovierung

Veranstaltungsreihe zum Architektursonntag 2019 Pauluskirche Ulm – in Kooperation mit der Ulmer vh

10. März, 10 Uhr: Gottesdienst zum Architektursonntag (Pfarrer Adelbert Schloz-Dürr), 
im Anschluss: 11:15 Uhr: Matinée „Klaus Arnold, Wiederentdeckung eines Malers”.

Beginn der Ausstellung „Siehe ich mache alles neu” (Ausstellungsdauer bis 28. April).

Im Rahmen des Jahresthemas „Suche Frieden ...” der Pauluskirche Ulm lautet das Thema des Architektursonntags „Siehe ich mache alles neu! – Pauluskirche 1969-1972: Besichtigung einer Renovierung”. In den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts erlebte der moderne Kirchen(-um)bau geradezu einen Boom. Auch die Ulmer evangelische Garnisonskirche sollte noch mehr zivile Kirche der Oststadtgemeinde werden und erlebte eine tiefgreifende und bis heute nachhaltige Umgestaltung. Die Renovierung stand im Zeichen der erklärten Programmatik eines radikalen Neuanfangs nach Kaiserreich, zwei Weltkriegen, Militarismus und zwölf auch die Nachkriegszeit noch überschattenden Jahren Nationalsozialismus und Führerstaat.

Podiumsgespräch am Donnerstag, 21. März, 20 Uhr im EinsteinHaus, Club Orange:

Architektur als Vergangenheitsbewältigung – Die Umgestaltungskampagnen an Kirchen in den 60er-Jahren in und um Ulm

Podiumsgespräch mit Dagmar Hub (Journalistin), Katja Baumann (Pfarrerin Burlafingen), Adelbert Schloz-Dürr, Sieglinde Hegelau-Lipp (Kunst-Team der Pauluskirche) und Frau Prof. Dr. Eva-Maria Seng (Kunsthistorikerin, Ethnologin, Uni Paderborn) in Zusammenarbeit mit der Pauluskirche Ulm. Bei genauem Blick, dem die Veranstaltungsreihe dienen soll, stellen sich Fragen: Gingen dabei architektonische Moderne und Demokratie wirklich immer grundsätzlich Hand in Hand? Diente der unbedingte Bruch mit Traditionen nicht auch der Verdrängung von politischen Belastungen und schuldhaften Verstrickungen? – und, wenn ja, wo wurde dies auch architektonisch offenkundig? Wie belastbar ist in Wahrheit, die in Ulm seit der Gründung von HfG und vh durch die Generation Inge Aicher-Scholls und Otl Aichers ausgegebene Kampf-Parole zum Wiederaufbau der zerstörten Stadt: „Traufe” (Moderne) oder „Giebel” (Traditionalismus und Vergangenheitsorientierung)? Unsere Gäste auf dem Podium werden sich diesen Fragen stellen und Antworten suchen.

Sonntag, 14. April, 10 Uhr: Gottesdienst zu den Fresken des Malers Klaus Arnold (Pfarrer Heiter, Heinz Stadelmann)

Der Gottesdienst am Palmsonntag dreht sich um die „Morgendämmerung des Friedens” und bespricht die Fresken
zur Johannesapokalypse des Malers Klaus Arnold.

Donnerstag, 9. Mai, 20 Uhr Pauluskirche: Vortrag „Theodor Fischer und der Deutsche Werkbund – Erkundungen in der ehemaligen ev. Garnisonskirche in Ulm”

Prof. Dagmar Rinker, Evelyn Sauer in Zusammenarbeit mit der Pauluskirche

Dieser Vortrag gibt einen Einblick in Arbeit und in die Hintergründe des Deutschen Werkbundes. Deutlich werden auch die Schnittstellen, die Theodor Fischer mit dem Werkbund verbinden. Evelyn Sauer, die ihre Magisterarbeit über die Pauluskirche verfasst hat, wird den Abend mit der Erläuterung von Architektur- und Ausstattungsdetails vor Ort in der Pauluskirche bereichern.

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