Vesperkirche aktuell

Vesperkirche 2020

Fünfundzwanzigste Ulmer Vesperkirche
23.01. bis 19.02.2020
Auftaktgottesdienst: 22.01., 18:00 Uhr

Geöffnet von 11:00 Uhr bis 15:30 Uhr
Mittagessen von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Eine warme Mahlzeit und Begegnungen in festlicher Atmosphäre

Eine Oekumenische Gemeinde lädt ein

Zum fünfundzwanzigsten Mal öffnen sich die Türen der Evangelischen Pauluskirche in der Ulmer Innenstadt: Für vier Wochen, mitten im Winter, wird die Pauluskirche zur Vesperkirche und beherbergt das, was die Kirche seit Urzeiten praktiziert hat: Eine Mahlgemeinschaft und Lebensgemeinschaft unter Gottes Segen. Eine Gemeinschaft, in der Menschen gesehen werden, in der Hoffnung und Teilhabe erfahrbar wird, in der oben und unten keine Rolle spielt, in der Menschen eine neue Perspektive und unterschiedlichste Unterstützung erfahren, auch weit über den Zeitraum der Vesperkirche hinaus.

Das Motto

Die meisten von uns haben im Leben und zum Leben nicht viel Raum. Wohnraum ist oft eng und teuer, In die Höhe getriebene Mieten machen zunehmend Angst. Die Mobilität ist nicht selten durch Krankheit oder Hinfälligkeit eingeschränkt, oft auch durch das schmale finanzielle Budget, das kaum zum Notwenigsten reicht. Geschweige denn für einen Freiraum, für eine vielleicht nur bescheidene Reise, für das mehr als Notwendige, das im schönen Sinn Überflüssige – Überfließende.
Eingeschränkte Teilhabe also an allem, was das Leben über das Überleben hinaus lebens- und liebenswert macht ...

Das macht auch ungewollt innerlich eng und engherzig, von Neid und Ressentiments angefressen. Auch wirklich öffentlicher und somit für alle offener Raum ist rar geworden. Unsere Plätze in der Stadt sind nicht besonders einladend. Oder der offene Raum ist zu einer Sache des Geldes und damit der geschlossenen Gesellschaft geworden: Flaniermeilen sind oft ausschließlich Konsummeilen. Und in den vollverglasten neuen Tempeln der Kultur fühlt sich manch einer, manch eine wie ausgestellt, wie bloßgestellt als einer und eine, der man ansieht, dass sie nicht „dazu”-gehört. Das Leben wird eng.

Nicht so sehr die Enge um die Brust (angina pectoris) ist das Problem, oft eher die Folge, sondern eine gleichsam soziale Angina. Auch die sogenannten Begüterten leiden daran, auf ihre sicher nicht dagegen aufrechenbare Weise, weil sie immer privater werden, d.h. wörtlich sich selbst berauben, indem sie meinen, sich immer verzweifelter um Statussymbole und Abgrenzungen nach unten bemühen zu müssen.

Wie wohltuend ist es dann für alle, einen wirklich öffentlichen und offenen, im wahrsten Sinn des Wortes geschenkten, verschenkten Raum zu erleben! In ihn mitten am Tag einfach eintauchen zu können, heraus aus dem Überlebensstress und dem eigenen Ghetto. Und mitten unter Menschen sogar (Gottes) Stille darin erleben zu können, abseits irgendwo in diesem weiten Raum. Weiter Raum heißt auch: Man muss nicht reden, nicht kommunizieren. Man kann wie im Wiener Kaffeehaus zu denen gehören, „die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen” (Alfred Polgar).

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum” einer Kirche, die zum Gasthaus geworden ist für alle.

Und zwar in Gestalt des schönsten Jugendstilrestaurants der Welt, das zugleich Kirche ist, und deswegen für alle ohne Unterschied erschwinglich ist. Denn: Das Teilgeben der einen ermög- licht das Teilnehmen der anderen. Welch verschenkter, geteilter und unzerrissener weiter Raum!

Adelbert Schloz-Dürr

Wer kommt in die Vesperkirche?

Das Dach unserer Kirche spannt sich weit. Unter diesem Dach setzen sich Menschen an einen Tisch, deren Lebensschicksale denkbar unterschiedlich sind. Die Vesperkirche ist eine gastfreundliche Herberge auf Zeit für Junge und Alte, Arme und gut Betuchte, neugierige Zufallspassanten, aber auch - und das macht den besonderen Charme aus - für die, die in gesicherten Verhältnissen leben und sich einlassen auf eine Gemeinschaft mit Menschen, die ganz andere Lebenserfahrungen gemacht haben. Wir möchten damit deutlich machen, dass wir als Gesellschaft zusammengehören, dass wir uns gegenseitig wahrnehmen, und dass wir voneinander wissen wollen.

Gottesdienste, Segenswort und Seelsorge

Am Mittwoch, 22. Januar 2020 feiern wir den Ökumenischen Abendmahlsgottesdienst zur Eröffnung der Vesperkirche um 19:00 Uhr in dem bereits als Vesperkirche eingerichteten Kirchenraum. Die Gottesdienste der Paulusgemeinde werden an den vier Sonntagen jeweils um 10:00 Uhr an den Tischen der Vesperkirche gefeiert - am Sonntag, 02. Februar 2020 mit Abendmahl, gemeinsam mit den Konfi3 - Kindern. Das Segenswort auf den Weg, umrahmt von jeweils unterschiedlichen Instrumentalisten, wird in der Vesperkirche täglich um 15:00 Uhr von sich abwechselnden Liturginnen und Liturgen gesprochen, die in der Regel auch schon während des Essens für die Seelsorge anwesend sind (erkennbar am lila Schal).

Begleitende Veranstaltungen

Wir laden ein, die Ausstellung anlässlich der fünfundzwanzigsten Vesperkirche zu besuchen. Sie ist ab dem 23.01.2020 in der Neuen Mitte, im Foyer der Sparkasse zu sehen. Ebenso laden wir ein zu einem begleitenden Vortrag am Donnerstag, 30.01.2020 um 19:00 Uhr im Studio der Sparkasse in der Neuen Mitte. Weiteres entnehmen Sie zeitnah den Aushängen und der Presse.