Neue Perspektiven gewinnen – Begegnungsfestival in Ulm
Neue Perspektiven gewinnen – Begegnungsfestival in Ulm Neue Perspektiven gewinnen – nicht nur über den Rand des Suppentellers, nein, sogar über den Kirchturm hinaus: Das versprach das Begegnungsfestival am Sonntag, 21. Juni 2026, in Ulm.
Der höchste historische Kirchturm der Welt lockte an einem heißen Sommertag viele Besucherinnen und Besucher ins kühle Ulmer Münster und auf den Münsterplatz. Der Tag begann mit einem festlichen Gottesdienst, der allein durch die vielen internationalen Mitwirkenden zum Erlebnis wurde: Neben Deutsch erklang gleichberechtigt Englisch, dazu Lieder, Gebete und Beiträge in Suaheli und Ungarisch. Besonders eingebracht hatte sich die kamerunische Gemeinde aus Stuttgart (PCC), die den Gottesdienst musikalisch mitgestaltete, später auf dem Münsterplatz kamerunische Köstlichkeiten anbot und die Bühne mit Gesang und Trommelklängen zum Leben erweckte.
Darüber hinaus waren Gäste aus Südafrika, Südamerika, Indien und Indonesien vertreten. Weil die Partnerschaftsdelegation aus Tukuyu (Tansania) wegen der politischen Situation im Nahen Osten nicht anreisen konnte, wurde Pfarrer Mwasambwiga per Audio zugeschaltet. Er betonte: „Rein physisch mögen wir weit voneinander entfernt sein, aber geistlich feiern wir dieses Begegnungsfestival zusammen. … Wir Christen beten weiter für Frieden, Liebe und Einheit unter den Menschen.“
Bischof Ernst-Wilhelm Gohl griff in seiner Predigt die Begegnung Jesu mit der Syrophönizierin aus dem Markusevangelium auf – eine Geschichte, in der kulturelle Unterschiede beide Seiten verändern. An diese Gedanken knüpften Mitarbeitende des Partnerschaftsausschusses mit ihren Erfahrungen aus Tukuyu an. Paul Varga, Pfarrer der ungarischen Gemeinde, berichtete, wie Kirche für Menschen aus verschiedenen Ländern ganz konkret Heimat werden kann.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst unter anderem vom Motettenchor unter Leitung von Münsterkantor F. J. Wieland und Stadtkantor Ph. Kaufmann.
Auf dem Münsterplatz folgte ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm. Oberbürgermeister Martin Ansbacher und Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl hoben ebenso wie die Mitglieder des Rats der Religionen das gute Miteinander und den gelebten interreligiösen Dialog in Ulm hervor. Tanz, Musik und Informationen zu weltweiten Partnerschaften, nachhaltigem Handeln, Entwicklungsprojekten und kirchlichem Engagement sorgten für ein buntes Programm. Das angekündigte Gewitter zog vorbei, sodass Cornelia Hole den Segen sprechen konnte, bevor das Begegnungsfestival mit dem Lied „Praise“ zu Ende ging.
Parallel feierte die Kirche Kunterbunt im Haus der Begegnung mit mehr als 100 Kindern, Eltern und Mitarbeitenden einen fröhlichen Gottesdienst. Im Mittelpunkt stand die Geschichte von der Hochzeit zu Kana. Zahlreiche Mitmachstationen luden dazu ein, Glauben in verschiedenen Ländern kennenzulernen. Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Zug zum Münsterplatz, wo zusammen mit dem Maskottchen EMSO das Lied „Er hält die ganze Welt in seiner Hand“ gesungen wurde.
Danke!
Ein Dankeschön an die vielen Helferinnen und Helfer, insbesondere an den CVJM Ulm, die Haupt- und Ehrenamtlichen der Münstergemeinde und die kamerunische Gemeinde sowie alle Organisationen, die den südlichen Münsterplatz mit Essen, Ständen und Begegnungen bereicherten. Danke auch ans Vorbereitungsteam: Beate Krannich mit unendlicher Geduld für alle logistischen Herausforderungen, Tatiana Petrenko und Julian Scharpf für die Kirche Kunterbunt und Gabriele Walcher-Quast, die das Bühnenprogramm minutiös vorbereitet und durchgeplant hatte. Gerne bis zum nächsten Begegnungsfestival in zwei Jahren in Vaihingen – und vielleicht ja auch mal wieder in Ulm, wer weiß.
Silke von Führich