Monatsspruch Dezember: „Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. ” (Jesaja 11,6)

Ein starkes Bild für das Reich Gottes. Der Löwe ist Vegetarier geworden. Friedlich weidet er zusammen mit dem Kalb auf der Wiese. Das Lamm gewährt großzügig dem verängstigten Wolf Schutz. Tiere, die einst gefährliche Raubtiere waren, leben harmonisch zusammen. Tödliche Feindschaften sind beendet. So geht es zu im Reich Gottes.

In der Welt geht es aktuell anders zu. In jeder Nachrichtensendung wimmelt es von Löwen und Panthern, Bären und Schlangen. Die Welt scheint von gefährlichen, gierigen, Unheil bringenden Mächten bevölkert.

Mit Jesajas Bildern werden wir daran erinnert, dass alles anders sein könnte. Mitten im Chaos sieht der Prophet eine neue Wirklichkeit. Diese Vision macht anschaulich, was eigentlich Gottes Wille ist. Neben Wolf, Löwe, Panther und Kalb taucht unvermittelt ein kleines Kind auf. Im Advent und an Weihnachten begegnet uns der kleine schutzlose Junge in der Krippe. Das schutzlose Kind in der Krippe weckt immer wieder das schutzlose Kind in uns. Die Weihnachtszeit hat immer auch mit Kindheitserinnerungen zu tun. Dazu gehört auch das Lied: „Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all’! Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall. Und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht.“ Die Freude besteht darin, dass wir hoffen, dass alles anders sein könnte. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit
Pfarrer Peter Schaal-Ahlers

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