Liebe Leserinnen und Leser,

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“
(Hebr. 13,14) – Motto der Vespertütenaktion 2022.

„Wo habe ich eine Bleibe?“ – diese Frage stellt sich nicht nur Obdachlosen, die ein Dach über dem Kopf suchen. Die Frage nach einer Bleibe stellt sich vielen in diesen Tagen. Wir leben in einer Zeit extremer Herausforderungen. Und für mich ist die Frage nach einer Bleibe auch die Frage nach Schutzräumen, in denen ich einfach so sein kann, wie ich bin. Wo meine Bedürfnisse zur Geltung kommen, wo ich wahrgenommen werde, wo ich zuhause bin. Da geht es für mich nur um ein Gebäude mit Wänden, einem Dach, Wärme und einem gedeckten Tisch. Nein, es geht auch um die Beziehungen meines Lebens, um „Sozialräume“, in denen ich eine Bleibe habe. Das aktuelle Motto der Vesperkirche erinnert mich daran, dass jede Bleibe, in die ich mich einrichte, am Ende doch nichts für die Ewigkeit ist.

Eine Bleibe im Sozialraum der Liebe Gottes
Und doch gibt es so etwas wie eine Bleibe, in der ich ganz umfassend gut aufgehoben bin. Ich meine den großen Sozialraum, den Beziehungsraum meines Lebens: Ich bin ein Geschöpf Gottes – daraus habe ich bleibende Würde, egal, wie wenig ich habe oder wie weit ich es im Leben bringe. Und im Sozialraum der Liebe Gottes, wie ihn Jesus Christus weit eröffnet hat, gerade für Arme und Bedürftige und Menschen, die von anderen ausgegrenzt wurden, in diesem Sozialraum habe ich auch dann eine Bleibe, wenn mir nichts anderes bleibt.

Es ist eine zukünftige Bleibe, eine zukünftige Stadt, wir werden noch eine Weile unterwegs sein – wie damals das wandernde Gottesvolk lange Zeit in der Wüste unterwegs war und längst noch nicht am Ziel. Und doch: Gott war dabei, spürbar, und mit ihm ein Stück der Heimat, die erst noch kommen sollte.

Ich wünsche Ihnen diese Erfahrung, dass Sie auf der Suche nach einer Bleibe dieses Stück Heimat spüren.
So wünsche ich Ihnen zuversichtliche Wege in alles, was kommt.

Ihr Pfarrer Peter Heiter

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