Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht.

(3. Johannesbrief Vers 2)
Monatsspruch Mai

Schreckensmeldungen umgeben uns:
Kriege. Energiekrise. Hungersnot. Artensterben. Die Studie „Grenzen des Wachstums”, die bereits 1972 erschien zeigt, wie die Parameter sich gegenseitig bedingen. Die Vorhersagen erfüllen sich: die planetarischen Belastungsgrenzen sind überall überschritten.
Wie ist die christliche Perspektive auf diese Entwicklungen? Der Monatsspruch für Mai hört sich da erst einmal so an, als ob er diese Realität übertünchen will.
Gesundheit und Wohlergehen? Kann es das nur noch geben für privilegierte Einzelne? Nur für die, die schon so alt sind, dass sie die globalen Entwicklungen nicht mehr erreichen werden?
Schon im Johannesbrief wurde der Wunsch aufgeschrieben, weil es für den Leser nicht so war. Ein anders-Wort. Eine Gegenaussage zum Unheil.
Die anders-Welt ist eine Utopie. Doch eine Utopie des Glaubens kann uns formen. Die, die gegen die Kräfte der Zerstörung angehen möchten, brauchen solche positiven Bestärkungen.
Mir geht der Satz der Frau aus dem Bunker in Kiew nicht mehr aus dem Kopf, die ich in den Nachrichten gesehen habe: „Ich vertraue auf Maria. Sie breitet ihren Mantel über uns aus und schützt uns.” Ihr starkes Bild für Gottes Schutz spricht mich an. Auch wenn ich mir als Schutzbild nicht Maria vorstellen würde. So ein Glaubensbild hilft der Seele. Damit es weiter geht, das Leben, trotz der Gefahr. Und damit ich handeln kann. Gerade jetzt.

Ich möchte es Ihnen zusprechen: Wohlergehen und Gesundheit für dich!

Andrea Luiking, Pfarrerin

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