Monatsspruch für Februar: Sara aber sagte: „Gott ließ mich lachen.”

(Gen 21, 6)

Zu meinen Lieblingsfenstern im Münster gehören die Scheiben, die Hans von Acker geschaffen hat und die in der Besserer-Kapelle bis heute zu sehen und zu bestaunen sind. Auf einer dieser Scheiben ist Abraham zu erkennen, der drei Gästen ein Festessen auftischt. Die drei Männer sitzen an einer gedeckten Tafel. Im Hintergrund steht an einer Türe Sara (und damit es auch ja alle kapieren, ist ihr Name über ihrem Kopf geschrieben). Auf ihrem Gesicht entdecke ich ein Lächeln – zart, aber unübersehbar.

Im Bild ist die Szene festgehalten, in der Sara als Lauscherin an der Wand hört, was sie niemals zu hoffen gewagt hätte. Der Gast kündigt Abraham an: Über’s Jahr wird Sara ein Kind zur Welt bringen! Darüber kann Sara nur lachen. Wie soll das gehen? fragt sie sich. Zur Rede gestellt, warum sie gelacht habe, wird Sara auf einmal ganz kleinlaut. „Ich habe nicht gelacht“, behauptet sie.

Über’s Jahr aber wird aus dem verblüfften Lachen voller Skepsis ein befreites Lachen. Sara hat einen Sohn zur Welt gebracht. Sie nennt ihn Isaak, das heißt „er lacht“, und ist überzeugt, dass jeder, der ihre Geschichte hört über sie und mit ihr lachen wird.

An all das erinnere ich mich, wenn ich das Bild in der Besserer-Kapelle anschaue. Saras Geschichte zeigt mir: Es muss nicht immer alles so bleiben wie es ist. Es kann anders werden. Es gibt Wendungen zum Guten, und das Lachen bleibt nicht immer im Halse stecken, sondern bricht einfach aus einem heraus. „Gott ließ mich lachen“, sagt Sara – schauen Sie ruhig mal wieder in der Besserer-Kapelle vorbei. Es lohnt sich.

Gabriele Wulz

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